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Bericht Matthias (RTL)

Bericht des Sozialarbeiters von Yvonne, der eigentlich kein Volontär ist, sich aber irgendwie doch so fühlt...

Eigentlich wollte ich keinen Bericht schreiben, da ich mir so dachte – naja ich bin der Sozi, der mit Yvonne arbeitet und kein Volontär. Das ist natürlich totaler quatsch. Denn wenn man hier so freundlich von Petra, Helmut, David, David, den Mamas, den Staffs und den Kindern aufgenommen wird wie wir, kann man sich gar nicht als separater, oder aussenstehender Part fühlen. Man gehört nach wenigen Tagen einfach zur „Familie – Saidia kwa moyo“.
Danke dafür...

Die ersten Tage in Kilifi sind rückblickend sehr vernebelt abgelaufen. Ich kann mich noch an unsere Ankunft erinnern, dann hört es aber auch irgendwie auf. Vielleicht lag es an dem Temperaturunterschied, oder am wenigen Schlaf den ich im Flugzeug hatte. Es war aber alles in den ersten 24 Stunden so unwirklich – und dann doch wieder so real.
Ich muss sagen, Kenia muss man mit all seinen Sinnen erleben. Ich denke, kein Foto aus Mombasa wird vermitteln können, wie laut diese Stadt ist. Auf keinem Foto dieser Welt kann man riechen wie ein Müllhaufen am Straßenrand in Kilifi verbrennt. Kein Foto kann das Rauschen des Meeres zurückbringen. Und auch kein Foto kann das Gefühl vermitteln, wie es ist wenn ein Kind lachend nach der Schule zu einem ankommt und sagt: „Hallo Matthias – tomorrow we want to play footiball on the beach?“

Und jetzt, nach fast 7 Wochen hier in Kenia kann ich langsam ein kleines Fazit für mich ziehen. Ich danke allen dafür, dass Yvonne und ich dieses so schwierige Projekt hier im Waisenhaus in Kilifi durchziehen konnten. Für Yvonne wird das eine Lebenserfahrung sein, die sie erst in einigen Wochen oder Monaten wirklich realisieren wird. Sie hat hier so viele, für sich großartige Dinge geschafft und Hürden gemeistert, die sie in ihrem weiteren Leben weiterbringen werden. Ich hoffe sie wird euch dann in ihrem Bericht davon erzählen.

Aber auch für mich, war die Zeit eine sehr lehrreiche. Ich habe im Vorfeld dieses Berichtes über Einiges nachgedacht, was man hätte anders machen können und was nicht. Ich werde hier nicht mit Details nerven – ich denke aber, dass mir dieses Projekt, diese Chance hier in Kenia gewesen zu sein, einiges an Erfahrung für die noch kommende Zeit als Sozialpädagoge gebracht hat. Ich glaube, ich hatte mich schon auf dieses Unterfangen Kenia eingelassen, konnte aber die Eindrücke, die ich für mich sammeln konnte gar nicht richtig verarbeiten. Ich habe in den letzten 7 Wochen fast ausschließlich in der „WIR“ (Yvonne und Ich) Form gedacht und gehandelt. Ich wollte das dieser Aufenthalt für Yvonne erfolgreich und schön wird und habe mich manchmal irgendwo vergessen. Die Sachen die ich erlebt habe, egal ob mit oder ohne Yvonne, habe ich aufgenommen aber noch nicht richtig verarbeitet. Ich glaube ich werde dann in einigen Tagen zu Hause auf meiner Couch sitzen und mir werden die (manchmal so extremen und widersprüchlichen) Szenen die ich hier in Kenia gesehen und erlebt habe erst so richtig bewusst werden: Die Hitze am Morgen, die Kinder die im Müll spielen, der Dreck in Mtwapa, der bei einigen so sparsame Verbrauch von Wasser und auf der anderen Seite die Verschwendung in Hotels, die Zustände in anderen Waisenhäusern die wir in Mombasa besucht haben, das Glück welches die Kinder in Saidia kwa Moyo haben, die Schönheit und Ruhe des Strandes, die Unwirklichkeit wie sich manche Touristen hier aufführen oder einfach nur, wie wir uns gefreut haben das wir NUTELLA zum Frühstück essen konnten. All das habe ich gesehen und erlebt – JA – aber ich glaube richtig bewusst wird mir das erst später werden...

Die Arbeit die hier von Petra, Helmut und den anderen Volontären gemacht wird ist sensationell. Ich ziehe meinen Hut, wenn ich sehe wir aufopferungs-, verantwortungs- und liebevoll sie mit den Kindern umgehen. Das alles, was hier geschieht ausschließlich im Interesse der Kids stattfindet, das sie Hürden nehmen müssen, nur weil sie „weiß“ sind - das alles ist nicht selbstverständlich...Das sollte und darf man nie vergessen...!!!
All das hat mich riesig beeindruckt. Und nicht nur deswegen, habe ich mich dazu entschlossen „Saidia kwa Moyo“ auch nach dieser Zeit weiterhin zu Unterstützen.

Ich hoffe ich konnte nun alle Fragen mehr oder weniger gut beantworten. Ich möchte als Abschluss nur eines noch loswerden.
Auch wenn es sicher ab und an Streitigkeiten oder Stress durch unseren Aufenthalt gab, denke ich haben wir hier im Waisenhaus doch sehr viel geschafft. Sowohl für Yvonne als auch für die Kinder, denn Yvonne hat sich sehr für die Kinder und das Waisenhaus engagiert.

Abschließend möchte ich mich hiermit sehr sehr herzlich bei Petra, Helmut, David, allen Staffs, allen Vereinsmitgliedern und Paten bedanken, dass dieses Projekt hier in Kilifi stattfinden konnte!

Viele Liebe Grüße an Alle da draußen

Matthias Kraul
- Dipl. Sozialpädagoge (FH) -
Redaktion "Die Ausreißer - Der Weg zurück"

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