Home -> Berichte -> Bericht Jessi

 

Erfahrungsbericht von Jessica Matschulla

Zusammenfassung von meinem Praktikum

 

Mein Praktikum in Waisenhaus war unglaublich, was ich alles schon mit meinen 17 Jahren erlebt habe, würde ich mit keinem anderen tauschen wollen. Man verändert sich und man sieht die Welt mit ganz anderen Augen. Leider war die Zeit viel zu kurz um sich mit allen Kindern gut zu verstehen, aber ich habe die Zeit mit den Kinder und den Mamas genutzt um alles zu erfahren. Auch durch Irene durfte ich einiges sehen und erleben:

 

Unsere Reise nach Kisumu vom 05.06 bis zum 10.06. 1007

Der Grund warum diese Reise stattfand war, das Irenes Eltern im Jahr 2006 starben, wo sie die Beerdigung feierten und sie feiern auch ein Jahr darauf noch einmal, zu diesem Zeitpunkt!

An dem Tag ging unsere kleine Reise los. Wir fuhren mit dem Taxi, was Verspätung hatte nach Mombasa zu der Bushaltestation ,,MASH’’. Der Bus war ganz schön voll. Es saßen sogar einige mit fünf Personen in einem Zweiersitz, echt bewundernswert. Irene sagte mir, dass wir ein bisschen mehr als 12 Stunden mit dem Bus unterwegs sein werden. Ein bisschen mehr war gut. Ganze 20 Stunden waren wir unterwegs, weil wir 4 Autopannen hatten und aus Mombasa raus waren die Straßen voll mit Wasser, so dass wir noch langsamer unterwegs waren. Na ja und diejenigen, die schon mal dort waren, kennen ja die Straßen. Aber trotz alledem hat Irene die meiste Zeit der Fahrt geschlafen, wie sie das geschafft hat, würde ich gern mal wissen. Wir wurden so durchgeschüttelt und sind im Sitz auf und ab gesprungen, dass ich mir einmal sogar den Kopf, an der Ablage über mir, den Kopf gestoßen habe. Und Irene schläft und schläft, ich war echt fasziniert! J Außerdem war es noch verdammt heiß und die Fahrt nahm und nahm einfach kein Ende. Als wir dann endlich in Kisumu angekommen sind, mussten wir mit dem Matatu weiter bis zu dem Ort ,,Malindi’’ wo ihre Oma wohnt. Ich mit meinem dicken Rucksack musste mich dann auch noch nach ganz hinten in das Matatu quetschen. Als wir an dem Ort angekommen sind, mussten wir noch ungefähr 10 Minuten gehen und der Weg kam mir so unendlich vor. Auf dem Weg kamen wir an einer BOYS ACADEMY vorbei, wo Irenes Cousin zur Schule geht. Wir sahen einige Kinder die es kaum glauben konnten mich zu sehen und liefen uns den halben Weg hinterher und riefen die ganze Zeit ,,MZUNGU’’. Aber nicht nur die konnten es kaum glauben, sondern Irenes Oma auch nicht. Sie musste mich bestimmt sechs mal umarmen um auch wirklich sicher zugehen, das eine Weiße in ihrem Haus ist. Alle Familienmitglieder waren sehr freundlich, erzählten mit mir, als ob ich zur Familie mit dazu gehören würde und sagten ständig, dass ich mich ja wie zu Haue fühlen sollte. In Kisumu war einiges anders als in Kilifi:

-         man sagt anstatt ,,Jambo’’ ,,Bor’’

-         wenn jemand zu Besuch kommt, wird zuerst gebetet

-         es wird sich nicht die Hand gegeben sondern man klatscht in die Hände

-         es gab gar kein fließendes Wasser im Haus, d.h. man musste sich  mit einer Schale    Wasser waschen

-        keine Toilette wie es im Haus oder Waisenhaus bekannt ist, es gab einfach nur ein

         Loch im Boden (Plumpsklo)

-         geschlafen wurde auf dünnen Stoffmatten, die auf dem Boden lagen

Es war sehr interessant, so was mal miterlebt zu haben und es ist nicht leicht mit einem PlumpskloJ. Am nächsten Tag mussten Irene, Onkel Ben und ich noch einiges für die Feier besorgen und unseren RückFLUG buchen, weil noch eine Fahrt mit dem Bus hätten wir nicht durchgehalten. Das machten wir alles in der Stadt in Kisumu. So viele verschiedene Menschen, so viele Stände echt unglaublich. Alle wollten sie mir was verkaufen oder mich in ihr ’’Restaurant’’ einladen. Da wir es zum Glück etwas eilig hatten, da mir das ganze nach einer Weile doch ziemlich Angst einjagte, fuhren wir kurz darauf auch wieder zurück. Wir aßen noch schnell etwas in einem Restaurant in Malindi und gingen dann zum Haus der Oma. Der Sohn von Onkel Ben geht auf die BOYS ACADEMY, die wir noch kurz besuchten, um seinen Sohn zu besuchen. Leider durften wir nicht mit ihm reden, da an diesem Tag kein Besuchsrecht warL. Das ich überall dann aufsehen erregt habe, könnt ihr euch ja denken. Ein Koch von der Schule wollte sogar, dass ich mit dableibe. Enttäuscht und traurig gingen wir dann zum Haus zurück und Irenes Familie ist verdammt groß. Jede Stunde kommen immer und immer mehr Verwandte. Gegen Abend kamen noch einige Präsente, wie ein Fisch oder Bananen. Es kam auch noch ein Mädchen, welches sehr schüchtern war und erzählte einiges über sich und kurz vor zu Bett gehen stand dann fest, dass sie Irenes Cousin Ewan heiraten darf. Ich war irgendwie schockiert und erstaunt, dass das dort so schnell festgelegt wird. Die Familie gab mir an diesem Tag sogar noch einen Namen, ab heute hieß ich bei ihnen ,,ATIEN’’. Der Tag der Trauerfeier fing schon sehr früh an mit Holz zusammenschnüren, Bananen schneiden, Matten binden, Töpfe abwaschen und alles in Säcke verteilen. Je später es wurde umso mehr Menschen kamen, Frauen von der Kirche, die Pastoren, Irenes Schwestern Winnie und Lilly usw. Als der Laster dann auch kam, beluden wir ihn zuerst mit den Säcken und dann mussten sich alle Gäste dort reinquetschen und das waren nicht gerade wenige. Ich hatte ganz schön Angst um die Personen, weil auch der Weg, den wir dann gefahren sind, nicht der Beste war. Irenes Oma und der Rest der Familie (16 Leute) fuhren in dem Matatu hinterher. Auf der ganzen Fahrt bis zu Irenes Heimatplatz wurde gesungen und Musik gemacht ohne eine Pause. Diese Freude und Begeisterung in den Augen der Menschen zu sehen, war etwas unglaublich schönes, was man mit der Freude hier in Deutschland gar nicht vergleichen kann. Die ganze Zeit wurde gesungen und getanzt, sogar beim Aufbauen, Kochen usw., die ganze Nacht durch. Das Grab wurde mit den Matten abgezäunt sodass es niemand sehen konnte. Geschlafen wurde gar nicht, auf einem Stuhl oder wie ich im Matatu. Um 9Uhr nach kenianischer Zeit gab es Frühstück, welches Irene, Winnie, Lilly, George, Rehama+ Mann, Costa und ich zuerst mit den Pastoren einnahmen. Er teilte alles, was es zum Frühstück gab, Fisch, Ughali, Chapati usw. Als alle fertig waren mit dem Essen begann die sogenannte Trauerfeier. Das Grab wurde freigemacht und die angehörigen verteilten sich um das Grab. Nach dem sie dort gesungen und getrauert hatten, gingen sie unter das Zelt, wo die Pastoren alle ihre Predigten hielten, die Angehörigen ein paar Worte sagten und Irene, Winnie und Lilly gesegnet wurden sind. Nach vier Stunden war die Zeremonie dann beendet und es wurde Mittag gegessen. Man konnte genau mit ansehen, wie die Kochgruppe die ganzen Tiere zerlegte, das war nicht schön mit anzusehen. Kurz darauf machten wir uns aber auch schon auf unseren Rückweg. Wir hatten ja extra einen Flug gebucht um uns das Geholpere zu ersparen, aber das war wohl nichts. Dadurch dass es an diesem Abend sehr windig und auch stürmisch war, war es auch sehr anspruchsvoller Flug. Der Mann neben mir kam schon ins schwitzen, einige Reihen hinter mir fingen schon an zu beten und eine deutsche Frau neben Irene war mit den Nerven total am Ende. Zum Glück hatten wir den Flug dann überstanden und waren heile am Boden angekommen.

 

Am 10.06.2007 kam Olli für 3 Wochen nach Kilfi. In den 3Wochen feierten wir dann seinen und Tina Ollis Geburtstag und besuchten das Heimatdorf von Tina Olli und Jimmy. ,,Jonny’’ hieß das Dorf, wo die Menschen erst einige Kilometer laufen müssen, um Wasser zu bekommen. Der Boden dort ist verdammt trocken und rot. Die Menschen dort sind sehr freundlich, sehen aber nicht gerade wie die gesündesten aus. Es wohnen hauptsächlich Frauen und Kinder dort, die sich über unsere Geschenke sehr gefreut hatten.

Am 11.06.2007 mussten wir uns von dem Hund Rex verabschieden, da er vor dem Tor des Waisenhauses von einem Tuck- Tuck überfahren wurde.

Am 13.06.2007 war der nächste Unfall. Als Moses die Äste des Baumes schnitt, fiel er hinunter und fiel genau mit seinem Finger auf die Schere, sodass der kleine Finger bis zur Hälfte abgetrennt war. Er war ziemlich am schreien und weinen, das Winnie ziemliche Schwierigkeiten hatte, ihn so zu verarzten, das wir ihn nur noch ins Krankenhaus bringen mussten. Irene konnte sich das ganze nicht mit ansehen, so stellte sie sich vorne an die Straße und wartete auf ein Tuck- Tuck. Mittlerweile geht es im aber zum Glück schon wieder richtig gut.

Am 18.06.2007 verstarb dann auch leider noch der Vater von David.

Am 19.06.2007 brach dann auch noch der Wassernotstand im Waisenhaus aus. Eine wirklich schreckliche Situation, wenn noch nicht mal Wasser zum Kochen da ist. Nun hieß es also jeder hatte etwa 2 Liter Wasser zum Duschen, womit man auch erstmal zurecht kommen muss, aber nach einer Zeit ist man flexibel und gewöhnt sich an alles.

In der Zeit besuchten uns auch einige Paten, z.B. Petra und Kurt, Traude, Heinz und Gabi. Das sind so nette Menschen, ich habe mich gut mit ihnen verstanden und es war auch mal ganz schön jemanden dort zu haben mit dem man Deutsch reden konnteJ.

Am 02.07.2007 bekam das Waisenhaus das Zertifikat der NGO (Non- Gouvernement Organisation) und zu der Feier des Tages gab es Hühnchen.

Am 05.07.2007 war mein großer Tag. Ich machte den Malaria- Test, da es mir richtig schlecht ging. Durch meine ganzen Mückenstiche war es auch nicht anders zu erwarten, das der Test positiv ausgefallen ist. Dr. Fondo gab mir Tabletten und nach einer Woche ging es mir auch schon wieder gut.

Am 08.07.2007 ging mit Mama Grace zusammen in die Kirche, die viel spannender als in Deutschland ist. Hier wird gesungen und getanzt und das mit solcher Freude und Elan das ist unvorstellbar.

Am 13.07.und am 21.07.2007 fuhr ich gemeinsam mit David (Sohn von Mama Grace) nach Malindi. Dort angekommen gingen wir im Schnellrestaurant ,,ZANZIBAR’’ etwas essen. Dort war es beide Tage verdammt voll, so dass du nicht viel Zeit und Patz hattest etwas zu essen. Anschließend besuchten wir Mama Graces weitere Kinder Doreen und Daniel, der seid über einem Jahr Arbeitssuchender ist. Außerdem lernte ich den Mann von Mama Grace kennen, er verließ sie, als sie mit David schwanger war und ist jetzt ein Trinker. Wir besichtigten den BUTHWANI- Strand, der nicht weit weg von der VASCODAGAMA- Burg ist. Leider konnten wir uns die Burg nicht genau ansehen, weil wir nicht den Eingang benutzen, sondern einfach über die Felsen kletterten und uns die Wachmänner wieder zurückschickten. Danach fuhren wir mit einem Tuck- Tuck zur SABAKI- BRIDGE. An der Brücke sind schon viele Unfälle passiert, vor einigen Jahren ist dort mal ein Bus durch die Seitenabsperrung gerutscht und ins Wasser gefallen. Man erzählte uns dort, dass in dem Wasser Krokodile leben und trotzdem gehen die Menschen, die dort leben hinein um Wasser in ihren Eimern zu transportieren.

Am 23.07.2007 ging meine Safari nach TSAVO EAST los. Mit mir fuhren 3Deutsche und 3unfreundliche Engländer. Die Deutschen waren super freundlich und ging die Tage mit ihnen essen. Es war eine schöne aber zu kurze Safari, da wir viel zu wenige Tiere sahen. Die VIO WILDLIFE LODGE war großartig, sehr sauber und gepflegt. Es gab dort zwei Pools, einen kleinen Teich innerhalb der Anlage und in der Abenddämmerung versammelten sich die Tiere an der Wasserstelle vor der Lodge. Traumhaft! Mein Zimmer war auch riesig groß, so dass ich mich ein bisschen wie eine Prinzessin gefühlt habe. Außerdem habe ich seid langem mal wieder warm geduscht, das was Luxus purJ.

Mein letzter Tag fing schon sehr früh an, da ich schon8:30 Uhr kenianischer Zeit beim Friseur sein sollte um mir meine Haare flechten zu lassen. Bis um 14Uhr saß ich dort, bis wirklich alle Haare verflochten waren. Anschließend kauften wir noch Sodas für die Kids. Es gab heute ein kleines Abschiedsessen für alle: Hähnchen und Pilau. Der Abschied rückte immer näher und als die Kids mir ein kleines Ständchen sangen, wusste ich dass die schöne Zeit langsam zu Ende geht. Ich hatte viele schöne, spannende und lustige Momente mit den Kindern und mit den Mamas, die ich im Leben nie mehr vergessen werde und wofür ich auch allen sehr dankbar bin. Besonders meinem Lehrer LEON, der mir auf sehr umständliche Weise Kisuaheli beigebracht hat.

 Jessica Matschulla

Aktuelle Informationen

 

 

 

Vereinsinformationen

 

  unser Verein

  Mitgliedschaft

  Patenschaft

 

 

Aktuelle Informationen vom

Waisenhaus im Karibuni - Forum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© 2006 Saidia kwa Moyo Bibimalaika’s Kinderhilfsprojekt Kenya e.V.

Design by Planet4web.de