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Bericht von Sarah und Rike
Monatsreport
Februar Kilifi, den 28. 2. 07
Unser erster Monat im Orphanage
Die ersten 10 Tage haben wir ja noch mit Tasi verbracht. Sie hat uns ein
bisschen in den Alltag im Heim eingeführt und uns mit unseren Aufgaben vertraut
gemacht.
Am 7.2. haben wir Bahatis Geburtstag gefeiert! Mit leckerem Kuchen und
Süßigkeiten für die Kids. Bahati durfte alles verteilen und hat von allen ein
Ständchen gesungen bekommen. Danach hat sie von Irene ihr Geschenk übereicht
bekommen und dann noch eins von den ganzen Kids. Sie hat zwei Röcke und zwei
Oberteile bekommen und hat sich riesig darüber gefreut! Zum Abendessen gab es
leckeres Hühnchen!
Als Tasi dann am 9.2. abgeflogen ist, begann unsere Zeit im Heim so richtig.
Irene war die erste Woche geschäftlich in Nairobi unterwegs um Sachen für das
neue Haus zu regeln und wegen Pässen für die Kinder.
In der Woche ist der kleine Leon krank geworden und wir sind mit ihm ins
Krankenhaus gefahren. Sein Penis war ziemlich geschwollen und er hatte starke
Schmerzen, vorallem wenn er auf die Toilette musste. Der Arzt hat ihm
Antibiotika und Schmerzmittel verschrieben. Drei Flaschen Medizin, drei mal am
Tag drei Teelöffel. Am Ende ist Leon schon von selber gekommen und hat einen
daran erinnert, dass er seine Medizin nehmen muss. Richtig clever der Kleine!
Ca. eine Woche später gings ihm wieder richtig gut und er ist wieder lachend
rumgerannt!
Willi war auch mit beim Arzt weil er drei Eiterbeulen am Schienbein hatte, die
ganz nah aneinander waren und ziemlich wehgetan haben. Er hat Antibiotika und
schmerzstillende Tabletten bekommen. Man musste ihn nichteinmal daran erinnern
sie einzunehmen. Das hat er ganz selbstständig gemacht! Mittlerweile gehts auch
ihm wieder bestens und die Beulen sind verheilt!
Vor zwei Wochen haben wir Besuch von Franzosen bekommen, sie haben fürs Heim
ganz viele Schreibutensilien, Malsachen und ein paar Klamotten mitgebracht.
Leider haben sie nur gebrochen Englisch gesprochen, aber Rike hat versucht
Französisch zureden, was ihr etwas schwer gefallen ist, weil man so im
Englischen drin ist. Aber man hat sich letztendllich recht gut verständigen
können. Sie haben sich nochmal angekündigt bevor sie abreisen um sich mit
Taschen usw. aus dem Shop einzudecken.
Letzte Woche kam Shuku weinend zum Mittagessen heim, wollte aber nicht richtig
sagen was sie hat. Mama Betty hat uns dann gesagt, dass sie Kopfschmerzen hat
und wir haben ihr etwas dagegen gegeben. Moses ist am Nachmittag mit ihr zum
Arzt, der hat allerdings nichts gefunden und meinte es könnte vielleicht Malaria
sein. Also hat Shuku drei verschiedene Tabletten und Ohrentropfen bekommen.
Mama Edith hat uns dann gleich darauf hingewiesen, dass wir darauf achten
müssen, dass sie ihre Medikamente auch wirklich nimmt. Am Abend haben wir dann
auch gleich gemerkt was Mama Edith meint.
Shuku hat sehr lange gebraucht, bis sie die erste Tablette im Mund hatte, wir
dachten schon, dass sie die Tablette gleich wieder ausspuckt. Um ihr die
Tropfen zu geben mussten wir ihr richtig hinterher rennen. Aber in den nächsten
Tagen ging es dann schon viel leichter und wir haben auch viel unterstützung
von den Mamas und Irene bekommen.
Kaum war Shuku mit ihren Tabletten fast fertig, ist Mama Grace mit Dally zum
Arzt, weil sie Probleme mit dem Magen hat, sie nimmt jetzt dreimal täglich fünf
verschiedene Tabletten. Hier ist es zum Glück andersrum. Dally erinnert uns
immer daran, dass sie die Tabletten nehme muss. Das erleichtert schon vieles
wenn die Kinder so was selbstständig machen und einen daran erinnern und nicht
wir ihnen hinterherrennen müssen.
Vor einer Woche ist ein Pärchen zu uns ins Heim gekommen und hat gefragt ob sie
mal vorbei kommen und den Kindern Salsa beibringen könnten. Irene fand die Idee
natürlich toll und letzten Samstag waren die beiden das erste Mal da. Die
Kinder hatten alle einen heiden Spaß und freuen sich schon darauf, wenn die
beiden zwei in 2 Wochen wieder kommen! Sogar Leon hat mit Begeisterung Salsa
getanzt!
Nur die großen Jungs fanden dann das Tanzen doch nicht so toll und haben lieber
Moses geholfen das neue Haus für die Enten zu bauen.
Mittlerweile haben wir wieder 14 kleine gelbe Entenbabys. Von der ersten
„Portion“ sind leider ein paar im Wasser ertrunken weil sie nicht mehr
rausgekommen sind. Moses hat jetzt in dem neuen Stall einen kleinen Swimmingpool
angelegt. Richtig ausbetoniert mit flachem Einstieg. Da können jetzt seine
Schützlinge in aller Ruhe planschen! Moses kümmert sich richig hingebungsvoll
um die Entenbabys! Schaut immer, dass sie genug zu essen haben und dass sie von
den Größeren in Ruhe gelassen werden. Vorgestern hat er Medizin für sie gekauft
weil ein paar gestorben sind. Die haben sich immer ganz komisch verhalten.
Konnten nicht richtig stehen und sind die ganze Zeit umgefallen. Wir hoffen,
dass das jetzt besser wird!
Letzte Woche hatten wir auch wieder eine große Echse im Hühnerstall. Die hat
den Hühnern und Enten die Eier geklaut. Moses hat sie nach ein paar Tagen
endlich erwischt und dann wars aus mit der Echse.
Der neue Stall für die Enten ist extra echsensicher gebaut!
Jimmy und Kevin haben jetzt auch ein neues Hobby. Die zwei können sich
stundenlang vor den Entenstall setzten und den Babys beim schwimmen zuschauen!
Tina K. hat sich vor zwei Wochen die Haare abscheiden lassen. Moses durfte
Frisör spielen. Die neue Frisur steht ihr richtig gut! Sieht richtig erwachsen
aus!
Anfangs stand sie ganz oft vor dem Spiegel und hat sich ihre kaum noch
vorhandenen Haare gekämmt.
Seit einem Monat wird wieder Milch gekauft, wir kochen sie zweimal ab und dann
wird sie für den leckeren Chai verwendet. Vorher konnte man wegen dem
Rift-Valley-Fieber keine Milch trinken, aber jetzt ist es soweit eingedämmt,
dass es hier in der Gegend wieder Milch und Fleisch gibt. Aber um nochmal
sicher zu gehen kochen wir sie ab.
Die Kinder haben gerade ihre Examen hinter sich und bringen jetzt so nach und
nach die Ergebnisse nach Hause, die werden wir aber sobald wir alle zusammen
haben nochmal extra aufschreiben.
Mit den Ins-Bett- Bringen klappt es immer je nach Tagesform der Kinder, vor
einer Woche war es das erste Mal, dass wir die Geschichte nicht zuende gelesen
haben sondern gegangen sind, weil die kleinen Mädchen einfach nicht zuhören
wollten. Aber am nächsten Abend waren sie dann ganz still und sobald einer auch
nur einen Mucks von sich gegeben hat wurde er von den anderen zur Ruhe gerufen.
Die Jungs sind immer ganz gespannt bei der Geschichte, vorallem Kevin stürzt
sich auf die Bilder, da er ja leider noch nicht alles versteht. Manchmal ist er
dann so amusiert von den Abbildungen, dass man gar nicht weiterlesen kann,
Brian sorgt dann aber wieder für Ruhe und es kann weiter gehen.
Mary ist in letzter Zeit immer eine der Ersten, die bettfertig sind, was uns
sehr freut und jetzt müssen wir nur noch Esther dazubringen sich an Mary ein
gutes Beispiel zu nehmen.
Bahati und Tina Kadenge lesen oft für die Mädchen die Geschichten vor, es macht
richtig Spaß ihnen zu zuhören.
Seit Sonntag sind wir drei Voluntäre, Julia ist gut angekommen und wir
verstehen uns super! Sie hat sich auch schon sehr gut eingelebt und lernt
fleißig alle Namen.
Wir machen jetzt alle einen Kochkurs bei den Mamas, nachdem wir am Montag auf
uns allein gestellt waren mit dem Mittagessen. Irene war mit den Mamas zu einem
Office um Pässe zu beantragen, das hat aber leider etwas länger gedauert als
erwartet. Wir standen da, ohne zu wissen wie man das Essen macht und die Kinder
kamen aus der Schule. Wir haben dann bei Irene angerufen und sie hat gemeint
wir sollen auf Zaituni warten, die zeigt uns dann wie man’s macht. Und Zaituni
hat uns gerettet, sie hat schnell angepackt und im nuh war das Essen fertig,
die Kinder mussten zwar zur Schule rennen, aber sie hatten wenigstens etwas im
Bauch.
Am Dienstag hat Sarah das erste Mal im Heim übernachtet, aber Rike musste zum
Glück nicht alleine heim laufen, weil ja Julia jetzt da ist. Die Nacht war für
Sarah recht kurz weil sie mit den Mamas um 3:30 Uhr aufgestanden ist und dann
Frühstück vorbereitet hat. Danach wird gemeinsam das Heim geputzt und die Kids
machen sich draußen fertig, duschen und frühstücken. Zum Glück hatte sie den
nächsten Tag frei, so konnte sie den fehlenden Schlaf wieder reinholen.
Donnerstag schläft Rike dann das erste Mal im Heim.
Das wars jetzt erstmal von uns. Wenn Ihr Fragen oder Bitten habt schreibt uns
doch einfach! Die Examenergebnisse schicken wir sobald wir alle zusammen haben.
Liebe Grüße
Rike & Sarah
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